Donnerstag, 5. Februar 2009

Ein Plädoyer für Aktien

Aktien haben zur Zeit bei Anlegern einen schweren Stand. Nachdem die Kurse binnen eines Jahres auf das Niveau von 1997 zurück gefallen sind, zogen sich viele private Anleger aus dem Markt zurück. Kurzfristig ist ein solches Verhalten verständlich und richtig, langfristig könnte sich dieser Liebesentzug für die Betroffenen jedoch als teurer Fehler erweisen.


Die Ursache für den Zerfall von Finanzwirtschaft und Anstand war ein politisch gewollter Überschuss an Geld. Geld, welches nicht durch vorhandene Werte gedeckt war. In Phasen, in denen die Geldmenge stärker steigt als die Menge der Güter, steigen in der Regel die Preise für Kapitalanlagen. Grund für diese Preissteigerung ist, dass Geld im Vergleich an Wert verliert. Liquiditätsgetriebene Hausse, nennt sich dieses Phänomen.

Eine liquiditätsgetriebene Hausse ist nichts anderes als ein Anlagenotstand für Kapitalanleger. Ihr Dilemma: Sie verfügen zwar über viel Geld, preiswerte Kapitalanlagen sind jedoch knapp und deshalb teuer. Aus diesem Grunde kaufen Sie entweder immer teurer ein – und senken damit die Rendite – oder weichen auf Anlagen der zweiten Wahl aus (deren Preis in der Folge aber auch steigt). Bestes Beispiel waren die Immobilienobjekte, nicht etwa im Subprime Bereich, sondern gute Objekte, welche in der Spitze zu Renditen knapp unter 4% (statt 6-8%) gehandelt wurden.

Solche liquiditätsgetriebene Haussen sind einfach zu erkennen und zu durchschauen. Sie beginnen mit einem Trend und enden im Wahnsinn. Letzterer ist in der Regel erreicht, wenn irgendwelche Wellenreiter in Massenblättern davon fabulieren, dass es fundamentale Gründe für diese Überbewertung gibt.

Auch der Aktienmarkt ist anfällig für solche Blasenbildungen, welche durch überschüssiges und deshalb billiges Geld entstehen. Im Gegensatz zu Sachwerten, welche im Grundsatz nur dazu geeignet sind, ihren Wert zu erhalten, und Zinswerten, bei denen nicht einmal das zu schaffen ist, beteiligt man sich mit Aktien aber tatsächlich an Wertschöpfung.

Werte und Wohlstand entstehen nämlich weder durch Kurssteigerungen an der Börse noch durch irrwitzige Finanzkonstrukte noch durch juristische Winkelzüge und schon gar nicht durch staatliche Wohltaten. All diese Faktoren dienen lediglich der Umverteilung bestehenden Wohlstands. Wohlstand entsteht einzig und allein durch die Gewinnung, Veredelung, Entwicklung und die Herstellung von Gütern. Die hier erzielten Wertzuwächse bestimmen das zu verteilende Volksvermögen.

Wenn wir uns also von der konservativen Annahme leiten lassen, dass Werte im wahrsten Sinne des Wortes erschaffen werden, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass es nichts Lohnenderes und Sichereres gibt, als sich am Wertschöpfungsprozess direkt zu beteiligen. Denn alles andere leitet sich aus diesem Prozess ab: ohne rentable Wirtschaft keine Zinsen, keine Lebensversicherungen, keine Mieteinnahmen, rein gar nichts.

Wenn wir also Aktien beurteilen, müssen wir uns nicht an der Frage orientieren, ob dies eine gute Sache ist, sondern wie man damit umzugehen hat. Und das ist eigentlich gar nichts so schwierig. Es reicht, wenn man Fehler vermeidet:


1. Handle nie unter Druck

Der Umstand über beträchtliche Geldmengen zu verfügen, ist kein Grund sich unter Zeitdruck setzen zu lassen und in den Aktienmarkt einzusteigen. Entscheidend ist, wie weit sich der Markt bereits entwickelt hat und ob dieser Trend von Dauer ist. Am besten kauft man dann, wenn das Leiden der anderen am größten ist.

2. Lass Dir Zeit

Die alte Börsenweisheit, man solle Aktien kaufen, um sie danach für viele Jahre zu vergessen, gilt so längst nicht mehr. Die Zeiten sind härter und schneller geworden. Heute gilt, dass man im Notfall fähig sein muss, viele Jahre auf das Geld zu verzichten.

3. Bändige Deine Gier

Mit Aktien verdient man durchschnittlich 8%, d.h. Sie verdoppeln Ihr Kapital jeweils alle 10 Jahre. Wenn Sie diese Verdoppelung innerhalb von 3 Jahren erreicht haben – wie dies in der Zeit zwischen 2003 und 2008 möglich war – müssen Sie sich nicht weiter reich rechnen, sondern sollten Ihr Geld in Sicherheit bringen.

Anders ausgedrückt: Vernünftig handelnde Menschen beginnen jetzt mit deutlich mehr Geld bei Punkt 1. Gierige beginnen zwar auch wieder von vorne, nur haben sie in der Zwischenzeit viel Geld verloren.

Fazit:

Mit einer direkten Beteiligung am Wirtschaftsgeschehen nehmen Sie teil an der Schaffung echten Mehrwerts. Aktien sind deshalb zwingenderweise eine vernünftige und im Schnitt lohnende Anlageklasse und gehören deshalb grundsätzlich in jedes Portfolio. Übrigens: die meisten Anleger leiden zur Zeit ziemlich heftig!

Sie möchten weitere Informationen zu diesem und anderen Finanz-Themen?
Dann besuchen Sie mein wöchentliche Kolumne auf www.altersportal.de.

Ihr Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)

Dienstag, 9. Dezember 2008

Nichts wird mehr so sein wie früher...

Zugegeben, die Finanzkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Für die Anleger bedeutet das aber noch lange nicht, dass sie sich den Marktentwicklungen verschließen und ihr Geld weiterhin bei der Sparkasse bunkern sollten. Ein solches Verhalten kommt sie früher oder später teuer zu stehen.

Die Anzeichen mehren sich, dass sich die Verhältnisse auf den Kapitalmärkten wieder normalisieren. Das bedeutet keineswegs, dass damit die Stabilität in der Bankwirtschaft wieder vollumfänglich gesichert wäre, die Wirtschaft unmittelbar vor einem neuen Boom stünde, die Rentenmärkte wieder ins Lot gerückt worden sind. Nein, es bedeutet lediglich, dass der dumme Spruch - „Nach dieser Krise wird nichts mehr so sein wie früher“ - an Aktualität verliert.

Glauben Sie mir: in wenigen Monaten wird wieder alles in den gewohnten Bahnen verlaufen. Zwar wird die Wirtschaft auch weiterhin harzen, aber die Demut vor dem Herrn wird wieder so klein geschrieben werden wie zuvor. Rendite, Gewinne und Gewinnbeteiligung werden dann wieder die Stichworte sein, welche das Leben der Manager leiten.

Sie glauben mir nicht? Dann will ich Ihnen das an einem einfachen Beispiel erklären: Vor etwas mehr als einem Jahr kannten Deutschland und die Welt nur ein Thema. Den durch die Klimakatastrophe ausgelösten Weltuntergang. Zahlreiche Wissenschafter konnten anschaulich darlegen, welche Opfer an Menschenleben, Fruchtfläche, Lebensräumen und Finanzmitteln die laufende Entwicklung kosten würde, wenn wir nicht rasch und nachhaltig reagieren würden. Ganz Deutschland war sich einig: es muss etwas geschehen, damit das Unvermeidliche vermeidbar wird.

Dann kam der Ölpreis-Schock und danach die Finanzkrise. Inzwischen meint Frau Merkel, eine Konjunkturkrise noch vor den nächsten Wahlen sei schwerwiegender als der Klimawandel und fordert, dass man Klimaschutz nicht um jeden Preis betreiben dürfe. Damit reiht sie sich – es geht mir hier nicht um Frau Merkel – in die lange Reihe jener, welche trotz der anbahnenden Katastrophe alles beim alten belassen wollen.

Ich kann Ihnen also nicht versprechen, dass demnächst alles wieder gut wird. Dafür dürfte ich mit meiner Voraussage, dass die Gesetze des Geldes auch in Zukunft gelten werden, kaum fehl liegen.

Für Sie als Anleger bedeutet dies, dass Sie Ihre Angststarre rasch überwinden und wieder rational denken sollten. Das Jahresende naht und mit ihm die Deadline für Aktionen im Rahmen der Basis-Rente und Maßnahmen gegen die Abgeltungssteuer. Wenn Sie dies vor einigen Monaten geplant hatten, sollten Sie jetzt aktiv werden. Diese Chancen kommen nicht noch einmal.

Auch in Bezug auf Aktien und Renteninvestments sollten Sie jetzt nicht untätig sein. Zwar ist nicht sicher, ob sich die Börsen auf dem heutigen Level halten können, aber eines ist ganz sicher: so wenig Risiko wie aktuell, gehen sie so rasch nicht mehr ein. Bedenken Sie: kluge Anleger machen ihre Rendite mit relativ wenig Risiko, während einer relativ kurzen Zeit. (Beachten sie hierzu auch diesen Link)

Wenn Sie Ihr Vorsorgekapital vor den Folgen einer kurzfristig orientierten Finanz-, Steuer- und Wirtschaftspolitik schützen wollen, müssen Sie rational handeln und Chancen in Bezug auf Steuerprivilegien, Förderung und Marktentwicklung wahrnehmen. Breite Bevölkerungsschichten stehen vor der Altersarmut. Wenn Sie nicht dazu gehören wollen, sollten Sie sich nicht allzu lange am Festgeldkonto der Sparkasse festbeißen, sondern Ihren Finanzplaner kontaktieren.

Herzlichst, Ihr

Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)

Donnerstag, 6. November 2008

Immobilienfonds unter Druck

Seit zwei Monaten sitzt die internationale Finanzkrise breit und fest im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie tut sich seither schwer mit dem Gedanken, dass ehedem als Hort der Sicherheit geltende Institute plötzlich als eigentliche Quelle der Gefahr geoutet wurden. Die Folge ist eine Orientierungslosigkeit der Anleger, welche sich bei Weitem nicht nur auf die privaten Investoren beschränkt, sondern auch in institutionellen Kreisen weit verbreitet ist.

Bereits vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle davor gewarnt, sich der allgemeinen Panik anzuschließen und das Heil in physischem Gold zu suchen. Die Kurse des gelben Metalls haben sich Anfang Oktober – entgegen dem aktuellen Trend der Rohstoffe – auf Grund der hohen Nachfrage innerhalb kürzester Zeit wieder in Richtung alter Höchstkurse bewegt um dann, nach dem sich der erste Hype verflüchtigt hat, wieder gegen Süden zu bewegen. Möglicherweise denken diese Anleger langfristig und sehen deshalb ihr Geld nicht verloren. Nüchtern betrachtet hätte es sich allerdings gelohnt, etwas Geduld zu zeigen und den Durst nach sicheren Sachwerten erst dann zu stillen, wenn sich die Lage etwas beruhigt hat.

Professionelle Anleger als Auslöser

Ähnlich interessant, wenngleich mit anderen Vorzeichen, ist die Entwicklung, welche sich nun im Bereich der offenen Immobilienfonds abzeichnet. Wegen horrender Mittelabflüsse mussten einige der renommiertesten Fonds in diesen Tagen von ihrem Recht Gebrauch machen und die Rücknahme von Anteilen aussetzen.

Zum Verhängnis dürfte ihnen, nebst den Gerüchten über eine Wertberichtigung der Immobilien per se, ihre relative Stabilität geworden sein, welche es gerade semi-institutionellen Anlegern (Dachfonds, Vermögensverwalter, etc.) ermöglicht, diese Positionen ohne Wertverlust aufzulösen und so die Baisse in anderen Bereichen (Rohstoffen, Aktien, Renten) auszusitzen.

Weil offene Immobilienfonds ihre Assets, anders als etwa Aktien- oder Rentenfonds, nicht innerhalb kürzester Zeit verflüssigen können, geraten sie durch die Mittelabflüsse ohne eigenes Zutun und (meist) ohne eigenes Verschulden in eine Liquiditätsfalle, aus welcher sie sich nun mit dem Stopp der Anteilsrücknahme zu befreien versuchen. Die Gefahr liegt nun darin, dass diese professionellen Anleger eine Welle lostreten könnten, welche die Masse der Privatanleger erfasst und so zwangsläufig zu einem weiteren Brandherd im Finanzbereich führen könnte.

Folgendes meint die Finanzredaktion:

Auch die Immobilienfonds können sich natürlich dem weltweit zu beobachtenden Abflauen der Konjunktur nicht entziehen. Sinkende Renditen – wir gehen von einem Minus von ca. 2% im Vergleich zu den beiden Vorjahren aus – sind die zwangsläufige Folge dieser Entwicklung.

Trotzdem bleiben offene Immobilenfonds gerade für den Privatanleger ein attraktives Investment. Relative Stabilität, Schutz gegen die sich abzeichnende Inflation im Zusammenhang mit der neuerlichen Geldschwemme der Notenbanken und solide Renditen im Vergleich zu anderen Asset-Klassen sprechen klar für eine Anlage in diesem Bereich.

Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass gerade international ausgerichtete Immobilienfonds auch nach Einführung der Abgeltungssteuer im kommenden Jahr ein geeignetes Mittel sind, die eigene Steuerbelastung im Rahmen zu halten. Immobilienfonds dürfen deshalb durchaus als Gewinner der neuen Abgeltungssteuer bezeichnet werden.

Bestehende Inhaber von Immobilienanteilen sollten deshalb Ruhe bewahren. Wer keine Immobilienfonds besitzt, sollte einen Kauf im Hinblick auf die Abgeltungssteuer zumindest als mögliche Option prüfen.

Beachten Sie auch meinen aktuellen Finanztipp auf www.altersportal.de

Herzlichst, Ihr

Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)

Dienstag, 21. Oktober 2008

Jagdsaison auf Anleger

Die Welle rollt: Gemäß Branchenschätzungen sollen Banken und Versicherungen einen sehr hohen zweistelligen Millionenbetrag in eine Kampagne investieren, welche die Anleger vor der drohenden Gefahr durch die Abgeltungssteuer (Start 1.1.2009) warnen soll. Nicht ohne Eigeninteresse versteht sich, sollen die Umworbenen doch dazu bewegt werden, ihre Kapitalanlagen noch vor dem Stichtag in geeignete, sprich steuersparende Anlageformen umzuschichten.

Zweifellos macht es Sinn, sich gegen die erneute Ausweitung des staatlichen Zugriffs auf die privaten Einkommens- und Vermögenswerte zu wappnen. Allerdings steht die Steueroptimierung immer erst am Ende eines Anlageprozesses. Anlageentscheide, welche steuerlich getrieben sind, enden in aller Regel in einem Fiasko.

Tatsache ist, dass die Abgeltungssteuer zukünftige Erträge und Kapitalgewinne zum Teil deutlich schmälern wird. Tatsache ist auch, dass der Altbestand (d.h. Anlagen welche vor dem 1.1.2009 bereits bestanden) ihre Steuerprivilegien weitgehend konservieren können. Es macht also Sinn, wenn der informierte Anleger diese negative Entwicklung zum Anlass nimmt, seine aktuelle Aufstellung im Kapitalanlagebereich zu hinterfragen, um gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen.

Wer jetzt clever handelt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: zum einen kann mit der richtigen Strukturierung der durchschnittliche Erfolg des Wertschriftenportfolios zum Teil wesentlich gesteigert werden, zum andern verhindert eine gekonnte Grundaufstellung, dass der Altbestand mit steuerprivilegierten Anlageformen frühzeitig aufgelöst werden muss, was unwiderruflich zum Wegfall des Steuerprivileges führen würde.

Am Anfang eines Anlageprozesses steht für mich darum immer die Kopfarbeit. Nur wenn der Anleger und sein Berater bereit sind, den notwendigen Aufwand zu leisten, besteht die realistische Chance, effektiven Anlageerfolg und steuerliche Optimierung wirkungsvoll miteinander zu kombinieren. Wer nur auf taktische Hilfsmittel (also steuerlich optimierte Anlageprodukte) setzt, wird früher oder später mit der nüchternen Erkenntnis konfrontiert, dass außer Spesen wohl nichts gewesen ist.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine jüngst veröffentlichte Studie über die Beratungsqualität von Bankberatern verweisen, welche eindrücklich das Missverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Branche aufdeckt (>>mehr). Sie zeigt auch auf, dass es wenig Sinn macht, seine Vermögensstrategie auf dem Rat eines umsatzgetriebenen Produktverkäufers aufzubauen. Mag die Werbemaschinerie noch so beeindruckend sein. Nicht nur im Zusammenhang mit der Abgeltungssteuer gilt daher: Was nichts kostet, ist nichts wert und kommt den Anleger deshalb häufig teuer zu stehen.

In meinem nächsten Finanztipp werde ich Ihnen zeigen, wie Sie der Abgeltungssteuer aus planerischer Sicht begegnen sollten.


Ihr
Sidney Batt

Samstag, 11. Oktober 2008

Megatrend Gold?

Noch nie in der Geschichte der modernen Finanzwirtschaft hat die Welt eine Woche wie die zurückliegende erlebt. Nicht nur dass die Kurse der Wall Street nun bereits den achten Tag in Folge sanken, es ist vorallem das "Wie" welches zu Denken gibt. Der Dow Jones sank und stieg innerhalb kürzester Zeit um 10 und mehr Prozente. Wahnsinn!

Die Finanzwelt spielt diese Tage jedoch nicht nur in New York verrückt. Auch in Europa erleben Anleger Adrenalinschübe, für welche sie auf dem Rummelplatz normalerweise richtig Geld in die Hand nehmen müssten: mit Island geht ein Land finanziell in die Knie; in- und ausländische Anleger isländischer Banken zittern um ihr Geld. Europäische Regierungen nehmen zur Stützung ihres Finanzsystems soviel Kapital in die Hand, dass dereinst noch Generationen die Folgekosten tragen müssen.

Das Währungssystem wankt und die Politik gleich mit. Kein Wunder also, dass die Bürger das Vertrauen in ihre politische Führung, die Banken und die Währung verlieren. Äußeres Kennzeichen dieser Entwicklung: der Run auf physisches Gold. An den jahrelang unbeachteten Schaltern für den Kauf von Edelmetallen bilden sich lange Warteschlangen. Einzelne Bankinstitute melden bereits Probleme bei der Lagerung des gelben Metalles.

Sichert Gold den Wert des angesparten Geldes?

Megatrend Gold? Tatsache ist, dass Gold in den vergangenen 3 Jahren ein ziemlich eindrückliches Comeback gefeiert hat. Zuletzt hat der spekulative Zug allerdings etwas an Schwung verloren. Der Preis ist von seinem Höchst im März (1033 US$) auf unter 750 US$ gefallen. Nun treibt ihn die Panik vor dem Zerfall des Währungssystems den Preis wieder gegen die 1000er Grenze.

Bei allem Respekt vor der historischen Bedeutung von Gold in der Realwirtschaft der vergangenen 2000 Jahre: glauben Sie wirklich, dass es zweckmäßig ist sein Geld zum Zwecke der Wertsicherung in einen hausierenden Rohstoff zu stecken? Was können wir von einer Anlage erwarten, welche kürzlich innerhalb weniger Wochen einen Rückschlag von 30% erfahren hat? Sicherheit?

Kurzfristige Investitionen in Gold sind reine Spekulation!


Glauben Sie mir: Gold ist nicht die richtige Antwort auf die aktuellen Probleme an den Finanzmärkten. Wer jetzt in einen von Angst getriebenen Markt investiert muss sich nicht wundern, wenn er bereits in wenigen Monaten einen guten Teil seines Vermögens vernichtet hat.

Realwerte wirken nicht kurzfristig. Die Preisstellung bei Realwerten ist in der Regel extrem emotional. Wer nicht mit kühlem Kopf agiert, kauft sich mit Gold eine Anlage welche kurzfristig nur kostet und keinen Ertrag bringt, mittelfristig mit grossen Preisschwankungen zu kämpfen hat und langfristig eventuell, aber keinesfalls sicher, den Wert erhalten kann (siehe Chart). Gold mag deshalb eine sinnvolle Beimischung zu einem gut sortierten Vermögensdepot sein, aber als kurzfristig anzusteuernder sicherer Hafen ist er für Ottonormalverbraucher nicht geeignet.

Ich stelle einmal die Vermutung an, dass diese Panikkäufer in den nächsten Wochen und Monaten erkennen werden, dass sie aus Angst vor einem monetären Wertverlust einen massiven Realwertverlust erfahren werden. Sie haben sich wie Lemminge verhalten.

Was ist Ihre Meinung? Glauben Sie, dass Gold der Megatrend der nächsten Jahre sein wird? Diskutieren Sie mit mir.

Beachten Sie auch meinen aktuellen Finanztipp auf www.altersportal.de

Herzlichst, Ihr

Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Ist das Ende der Finanzwirtschaft gekommen?

Die Börse fällt ins Bodenlose. Selbst Geldmarktfonds weisen riesige Verluste aus. Was ist jetzt zu tun. Der Finanztipp von Sidney Batt (Finanzplaner mit eidg. FA), sagt Ihnen ob das Ende der Finanzwirtschaft gekommen ist und was nun zu tun ist.

Die Finanzwelt ist in heller Aufruhr. Fast täglich erreichen uns Meldungen von renommierten Finanzinstituten, welche sich in Schwierigkeiten befinden, verstaatlicht werden müssen, ihre Eigenständigkeit verlieren oder in Konkurs gehen. Die Börse fällt ins Bodenlose. Alleine der Deutsche Leitindex DAX hat in den vergangenen Monaten rund 30% seines Wertes verloren.

In diesen Tagen erwarten die Anleger von Ihren Beratern aktive Unterstützung im Umgang mit der Krise. Wenngleich mein Finanztipp an dieser Stelle in aller Regel nicht dazu gedacht ist tagesaktuelle Verhaltensanweisungen zu geben – solche finden Sie auf den dafür spezialisierten Trading-Seiten genügend – möchte ich aus aktuellem Anlass ganz konkret Stellung beziehen:

Bewahren Sie Ruhe!

Nein, ich weiss auch nicht, wann sich die Sachlage ändern wird und welche Entwicklung die Börse perspektivisch vor sich hat. Sicher aber ist, dass Sie nichts zu gewinnen haben, wenn Sie jetzt verkaufen. Verkaufen wäre vor einem Jahr angesagt gewesen, als die Krise sich auch für die weniger Eingeweihten abgezeichnet hat. Jetzt befinden wir uns in einem derart extremen Käufermarkt, dass ein Verkauf einfach nicht angesagt ist.

Käufermärkte entstehen dann, wenn der Verkäufer seine Ware loswerden muss, der Käufer sie aber nicht unbedingt braucht. Genau das spielt sich im Moment auf den Finanzmärkten ab. Schlimmer noch: die potentiellen Käufer haben nicht nur keinen Bedarf, sie wollen die Ware nicht, weil sie verhindern wollen in die (für sie unbekannten) Probleme der anderen Marktteilnehmer hinein gezogen zu werden.

Das aktuelle Problem der Finanzmärkte findet derzeit alleine im Kopf statt. Es ist eine Vertrauenskrise. Ich kann Ihnen nicht sagen, wann dieses Vertrauen wieder hergestellt ist und die Märkte entsprechend wieder normal funktionieren. Das einzige was ich Ihnen mit Sicherheit raten kann ist jetzt nicht zu verkaufen. Gerade bei Zinswerten dürfen Sie darauf vertrauen, dass sich die Kurse relativ rasch wieder erholen. Sie würden sich also ärgern, wenn Sie aus Angst, Ärger oder Frust von ihnen getrennt haben.

Der Finanzmarkt wird tendenziell eher unterhalb des Bauchnabels gesteuert, wie darüber. Der Tag, an welchem sich der Nebel gelichtet und die Marktteilnehmer das Gefühl haben, die Dinge wieder unter Kontrolle zu haben, ist nicht allzu fern. Dann wird es wieder aufwärts gehen. Sehr rasch bei den Zinswerten, weniger rasch bei den Aktien. Der DAX hat in der Zeit von 2003 – 2007 über 272% Gewinn gemacht. Sehen Sie, das haben Sie angesichts der Finanzkrise bereits wieder vergessen. Lassen Sie sich nicht von Emotionen steuern, bleiben Sie ruhig. Das Ende der Finanzwirtschaft steht nicht zur Diskussion.